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≈ 1 minNeuProzesse

Wasserfall, V-Modell und Scrum

Vorgehensmodelle legen fest, in welcher Reihenfolge Software geplant, gebaut und geprüft wird – vom streng linearen Wasserfall bis zum iterativen Scrum.

In 30 Sekunden

  1. 01

    Wasserfall arbeitet Phasen strikt nacheinander ab – planbar, aber Fehler fallen spät auf.

  2. 02

    Das V-Modell stellt jeder Spezifikationsstufe eine passende Teststufe gegenüber.

  3. 03

    Scrum liefert in kurzen Sprints lauffähige Inkremente und holt regelmäßig Feedback ein.

Drei Modelle, drei Denkweisen

Wasserfall

  1. 01

    Anforderungen

    Lastenheft: Was soll das System können?

  2. 02

    Entwurf

    Architektur und Pflichtenheft

  3. 03

    Implementierung

    Programmieren nach Plan

  4. 04

    Test

    Prüfen gegen die Anforderungen

  5. 05

    Betrieb & Wartung

    Ausliefern und pflegen

Jede Phase endet mit einem Dokument und beginnt erst, wenn die vorige abgeschlossen ist.

Stärke: gut planbar, klare Meilensteine. Schwäche: Der Kunde sieht Software erst am Ende – Missverständnisse werden teuer.

V-Modell

↘ SpezifikationTest ↗

Anforderungsdefinition

prüft

Abnahmetest

Funktionaler Systementwurf

prüft

Systemtest

Technischer Systementwurf

prüft

Integrationstest

Komponentenspezifikation

prüft

Unit-/Komponententest

Implementierung

Links wird verfeinert, rechts wird geprüft – jede Ebene hat ihr Gegenstück.

Stärke: Testfälle entstehen parallel zur Spezifikation, hohe Nachvollziehbarkeit. In Deutschland ist das V-Modell XT Standard für IT-Projekte des Bundes.

Scrum

Sprint

1–4 Wochen · Daily Scrum

01

Product Backlog

02

Sprint Planning

03

Umsetzung

04

Sprint Review

05

Retrospektive

  1. 01Product Backlog: priorisierte Liste aller Anforderungen, gepflegt vom Product Owner
  2. 02Sprint Planning: Team wählt Ziel und Aufgaben für den Sprint
  3. 03Umsetzung: täglich 15 Minuten Daily Scrum zur Abstimmung
  4. 04Sprint Review: Inkrement vorführen, Feedback einholen
  5. 05Retrospektive: Wie arbeiten wir besser zusammen?

Rollen: Product Owner (Was?), Developers (Wie?), Scrum Master (Prozess). Am Ende jedes Sprints steht ein lauffähiges Inkrement.

Wann welches?

Anforderungen

Wasserfallstabil, vorab bekannt

V-Modellstabil, prüfpflichtig

Scrumunsicher, ändern sich

Feedback

Wasserfallam Ende

V-Modellpro Teststufe, spät

Scrumjeden Sprint

Dokumentation

Wasserfallumfangreich

V-Modellsehr umfangreich

Scrumschlank, so viel wie nötig

Änderungen

Wasserfallteuer

V-Modellteuer

Scrumeingeplant

Typisch für

WasserfallFestpreisprojekte

V-ModellBehörden, Medizin, Automotive

ScrumProduktentwicklung, SaaS

KriteriumWasserfallV-ModellScrum
Anforderungenstabil, vorab bekanntstabil, prüfpflichtigunsicher, ändern sich
Feedbackam Endepro Teststufe, spätjeden Sprint
Dokumentationumfangreichsehr umfangreichschlank, so viel wie nötig
Änderungenteuerteuereingeplant
Typisch fürFestpreisprojekteBehörden, Medizin, AutomotiveProduktentwicklung, SaaS

Merksatz

„Je unsicherer die Anforderungen, desto kürzer sollten die Feedbackschleifen sein.“

Selbsttest

Erst selbst überlegen, dann aufklappen.

01Welche Teststufe prüft im V-Modell den technischen Systementwurf?

Der Integrationstest – er prüft, ob die entworfenen Komponenten korrekt zusammenspielen.

02Wie lange dauert ein Sprint in Scrum höchstens?

Einen Monat. In der Praxis sind ein bis vier Wochen üblich, meist zwei.

03Wann ist Wasserfall trotzdem sinnvoll?

Wenn Anforderungen stabil und gut verstanden sind, etwa bei regulierten Projekten mit fester Abnahme oder klar umrissenen Migrationen.

Weiter in Grundlagen

Technischer Modellierungsprozess